Woher stammt die Deutsche Einheitskurzschrift?

Die Gabelsberger-Kurzschrift

Die Gabelsberger-Kurzschrift wird in Deutschland und Österreich verwendet. Sie wurde erstmals 1834 im Lehrbuch „Anleitung zur deutschen Redezeichenkunst oder Stenographie“ vollständig beschrieben. Im Gegensatz zu englischen Steno-Systemen (z. B. Pitman Shorthand), werden Vokale niemals vollständig ausgelassen. Die meisten deutschen Kurzschrift-Systeme, die nach 1834 veröffentlicht wurden, basieren letztlich auf Gabelsbergers System.

Was ist DEK?

Die Deutsche Einheitskurzschrift (DEK) ist ein deutsches Stenografie-System. DEK ist heute das offizielle Stenografie-System in Deutschland und Österreich. Es dient beispielsweise zu wortgetreuen Aufzeichnungen von Debatten im Bundestag. Die ursprüngliche Version von DEK wurde 1924 von einem Expertengremium auf der Grundlage früherer Systeme wie Gabelsberger, Faulmann und Stolze-Schrey erstellt. Überarbeitete Versionen wurden 1968 von der deutschen Kultusministerkonferenz als Wiener Urkunde eingeführt – „Systemurkunde der Deutschen Einheitskurzschrift vom 1. August 1968“.

Beispiele für das Kurzschriftsystem

Das DEK verwendet indirekte Beschreibungen von Vokalen. Es gibt mehrere Grapheme für gängige Konsonanten-Folgen und auch für einzelne Konsonanten. Vokale werden durch die relative Position von zwei folgenden Konsonant-Graphemen im Liniensystem angezeigt. ‚Sch‘ wird durch ein Graphem repräsentiert. Um z. B. ‚sch-e-sch” zu schreiben, sind beide ‚sch‘-Grapheme durch einen kurzen Strich auf derselben Höhe über der Linie verbunden. Das ‚e‘ wird durch die kurze Verbindung dazwischen angezeigt. Außerdem ist auch der Druck relevant, mit dem der Strich durchgeführt wird. Deshalb ist DEK hauptsächlich für Bleistifte gedacht. Ein ‚a‘ ist durch eine kurze Verbindung und eine stärkere Abwärtslinie des folgenden Konsonanten-Graphems angezeigt. Die Kurzschrift reduziert Wörter zu Silben, in denen ganze Silben auf einmal geschrieben werden. Neben dem Basissystem gibt es eine große Menge an festen Abkürzungen. Zum Beispiel ist das Wort ‚ist‘ ein einzelner Punkt in der oberen Zeile.

DEK und Fremdsprachen

Stenographen lernen normalerweise keine Kurzschriftsysteme in anderen Sprachen. Verschiedene Systeme wären verwirrend. Stattdessen gibt es Anpassungen der DEK für andere Sprachen, wie Englisch, Französisch, Spanisch, Schwedisch, Russisch und sogar Latein. Die englische DEK-Anpassung von Lege und Bäse ermöglicht Geschwindigkeiten von bis zu 300 Silben pro Minute.