Unterschiedliche Systeme der Kurzschrift

Es gibt tatsächlich Hunderte von Steno-Systemen in einer Vielzahl von Sprachen. Im englischsprachigen Raum teilen sich die Systeme in verschiedene Typen auf.

  • Symbolsysteme wie Gregg, Pitman, Thomas Natural, Century 21 und Eclectic Shorthand. Hierbei werden Klänge in der Regel durch möglichst kurze Striche dargestellt werden, so dass sie schneller zu schreiben sind.
  • Alphabetische Systeme wie Speedwriting, Stenoscript, Forkner und AlphaHand, in denen Klänge durch Buchstaben des Alphabets sowie einige Symbole dargestellt werden.
  • Hybridsysteme wie Teeline. Während Teeline auf alphabetischen Zeichen basiert, ist es viel mehr ein Symbolsystem, da nur ein Teil jedes Buchstaben geschrieben wird. Das Teeline-System ist in Großbritannien beliebt, aber in den Vereinigten Staaten praktisch unbekannt.
  • Maschinensysteme, die eine Stenograph-Maschine benötigen. Computer können Maschineneingaben machen und sie mit erstaunlicher Genauigkeit transkribieren.

Entwickler von Steno-Systemen

  • Das Gregg-Alphabet basiert auf dem Oval. Größenvariationen repräsentieren verschiedene Sätze verwandter Laute; Verbundene Haken und Kreise repräsentieren die Vokale. Gregg ist der kursiven Handschrift ähnlich.
  • Das Pitman-Alphabet ist etwas älter als das Gregg-System. Es hat eine lineare Form und sieht geometrisch aus. Der Kreis und die geraden Linien bilden die Grundlage des Alphabets. Unterschiedliche Ton-Paare, die in Gregg durch kurze und lange Striche repräsentiert werden, werden in Pitman durch dicke und dünne Striche dargestellt. Pitman war das erste, weitverbreitete Kurzschriftsystem mit hohen Geschwindigkeiten. Es wurde vielfach kopiert und modifiziert. Die Graham- und Munson-Systeme sind Beispiele hierfür.
  • In Deutschland wurde 1978 das Deutsche Euro-Steno von Nicolas Richter, einem Professor an der Gesamthochschule Kassel, entwickelt. Es handelt es sich dabei um ein Selbstlaut-System – die Selbstlaute werden nicht wie bei Stolze-Schrey oder in der DEK symbolisch dargestellt, vielmehr werden diese als eigenständige Vokalzeichen dargestellt.

Asiatische Varianten

  • Japanische Systeme (Sokki-Kurzschrift oder Sokkidou-Stenographie) verwenden üblicherweise einen Silbenansatz, ähnlich wie das generelle Schriftsystem für Japanisch. Es gibt mehrere semi-kursive Systeme.
  • Im kaiserlichen China benutzten die Beamten eine verkürzte, stark kursive Form von chinesischen Schriftzeichen, um Gerichtsverfahren und Geständnisse aufzuzeichnen. Versionen dieser Technik überlebten in klerikalen Berufen bis in die heutige Zeit. Durch westliche Kurzschriftmethoden beeinflusst, wurden einige neue Methoden erfunden.